Technologie verstehen wir als zentrales politisches Feld unserer Zeit. Insbesondere digitale Technik durchdringt immer mehr Bereiche unseres Lebens. In sie werden Hoffnungen auf neue Möglichkeiten globaler Kommunikation gesetzt. Gleichzeitig schürt sie Angst vor der Entstehung einer neuen, umfassenden Kontrolle und Ausbeutung. Sie kann also verschiedenste Auswirkungen haben. Als Technikforscher_innen sehen wir unsere Aufgabe daher zunächst darin, den politischen Gehalt von Entscheidungen über die Gestaltung und Nutzung von Technik offenzulegen. So wollen wir dazu beitragen, dass diese Entscheidungen Gegenstand von demokratischen Aushandlungen werden, anstatt von vermeintlichen Sachzwängen oder Partikularinteressen bestimmt zu werden.

Wir sind der Überzeugung, dass die Aufgabe einer emanzipatorischen Technikforschung weder in der undifferenzierten Absage an technologischen Fortschritt per se noch in akzeptanzschaffender Begleitforschung besteht. Deshalb kritisieren wir einerseits die gegenwärtige Beschränktheit der Debatte um die technische Entwicklung bspw. auf Wettbewerbsfähigkeit. Andererseits wollen wir mit dem Nachdenken über mögliche Utopien sozialökologischer Technologienutzung emanzipatorische Potentiale aufzeigen. Daher intervenieren wir in gesellschaftliche Debatten um Technikpolitik und bieten konkrete Beratung an, beispielsweise für betriebspolitische oder zivilgesellschaftliche Akteur_innen. Dabei konzentrieren wir uns auf folgende Kernthemen:

  • Digitale Demokratie: Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten, Kommunikations- und Organisationsprozesse dezentral und partizipatorisch zu gestalten. Wir bieten Expertise über die dafür nötigen sozialen und technischen Voraussetzungen.
  • Zukunft der Arbeit: Technische Entwicklung bietet Potentiale der Entlastung menschlicher Arbeit und betrieblicher Mitbestimmung. Wir vereinen Wissen über Chancen und Risiken von Digitalisierung und Automatisierung für Arbeitnehmer_innen und fragen danach, wie eine Gesellschaft jenseits der Zentralität von (Lohn-)Arbeit aussehen könnte.
  • Ökologie und Nachhaltigkeit: Technische Entwicklungen können die ökologischen Grundlagen der Gesellschaft untergraben, bieten aber auch die Möglichkeit, das Verhältnis zur Natur neu zu gestalten. Wir betrachten ökologische und soziale Chancen und Risiken von Technologien innerhalb des Stoffwechsels zwischen Natur und Gesellschaft.
  • Überwachung, Disziplinierung und informationelle Selbstbestimmung: Digitale Technologien erweitern die Möglichkeiten von Kontrolle und Überwachung. Wir klären über die Gefahren digitaler Überwachung auf und diskutieren Möglichkeiten informationeller Selbstbestimmung.
  • Wissenschaftspolitik: Emanzipatorische Technikforschung erfordert die Reflexion der politischen Bedeutung von Wissenschaft, aber auch der eigenen Forschungsmethoden. Wir bieten Expertise über verschiedene emanzipatorische Forschungsansätze.

In all diesen Bereichen legen wir ein weites Verständnis von Emanzipation als Abbau gesellschaftlicher Unterdrückungsverhältnisse und der Ermöglichung eines sozial und ökologisch nachhaltigen Zusammenlebens zugrunde. Zu einem solchen emanzipatorischen Wandel wollen wir mit unseren Aktivitäten beitragen.