Vortrag „Affektive Atmosphären von Waffentechnologien“ von Linda Ruppert

Linda Ruppert spricht am 14. Juli auf einer Veranstaltung im Kolloquium der AG Kulturgeographie der Universität Bonn zum Thema „Affektive Atmosphären von Waffentechnologien. Kampfdrohnen, Kampflugzuge und Körper innerhalb aktueller geopolitischer Aushandlungen“.

Waffentechnologien spielen für die geopolitische Positionierung Deutschlands eine wesentliche Rolle. Dies wird sichtbar an jährlich stattfindenden sicherheitsrelevanten Fachmessen, auf denen Waffenhersteller ihre neuesten Entwicklungen im Rüstungsbereich ausstellen, vorführen und diskutieren. Anschließend an jüngere Debatten der Critical Military Studies und der Critical Security Studies handelt der Beitrag von Waffen- und Sicherheitsmessen und im Genaueren von Luftfahrtmessen und der Inszenierung von Waffentechnologien. Beispielhaft werden dabei Ergebnisse von Analysen des defence and security sectors der Messe Innovation and Leadership in Aerospace in Berlin vorgestellt, um zu verdeutlichen, wie durch die wider Erwarten „lebendige“ Präsentation von Waffentechnologien Affekte und Effekte produziert werden, die den (menschlichen) Körper beeinflussen, an ihm haften bleiben und zur Legitimation (geo)politischer Entscheidungen dienen.

Über das Konzept der affektiven Atmosphären wird herausgearbeitet, wie der menschliche und waffentechnologische Körper zum Ort geopolitischer Aushandlungen wird und wie dabei verschiedene räumliche Skalen zusammenwirken. Unter Rückgriff auf geographische Arbeiten zu affektiven Atmosphären, Debatten der intimate geopolitics und den feminist science and technology studies möchte der Beitrag offenlegen, inwiefern durch einen Zugang zu geopolitischen Themen über Waffentechnologien und deren affektive Dimensionen ein Beitrag zur kritischen Geopolitik geleistet werden kann. Weiterhin wird ein Einblick in eine mögliche methodologische Operationalisierung von Affekt-Theorien gegeben.